Strickloop mit Jersey füttern – Schritt für Schritt Anleitung

Kürzlich habe ich Euch den Loop für meine kleine Nichte gezeigt, den ich mit Jersey gefüttert habe. Mein Ziel war, dass die Mütze trotz Futter noch dehnbar ist, ohne dass die Naht reißt die zum Einnähen des Futters von Hand genäht wird. Ich habe lange nach Lösungen im Internet gesucht. Wie man einen Strickloop mit Jersey füttern kann, oder etwas anderes aus Strick, beschreibe ich Euch in diesem Schritt für Schritt HowTo.

Strickloop mit Jersey füttern

Mein kleiner Loop für meine Nichte wird einfach direkt über den Kopf gezogen. Er kann auch als Mütze getragen werden. Damit sie sich das Ding auf oder über den Kopf ziehen kann, sollte es sich natürlich entsprechend leicht dehnen. Daher habe ich die Loopmütze mit elastischem Jerseyteddy gefüttert. Das Futter wird von Hand in das Strickteil eingenäht. Ich habe lange gesucht danach, was man tun soll um diese Naht elastisch zu verarbeiten.

Mit Tunnel habt ihr eine Loopmütze, die mit weichem warmen Jersey gefüttert ist

Kurz gesagt:

Die ganze Zauberei ist, dass man den Jersey und das Strickteil gemeinsam dehnt und die Naht dann von Hand in gedehntem Zustand näht. So behält dann natürlich auch die Naht die Elastizität, damit der Kopf noch ohne Probleme in die Mütze oder den Loop schlüpfen kann.

Material:

  • Nadel mit stumpfer Spitze, für Jersey geeignet
  • Nähgarn in der passenden Farbe (am besten passend zur Strickseite des Loops)
  • Sicherheitsnadeln
  • Topfuntersetzer oder Kochlöffel zum Spannen der Loops
  • Jersey
  • Schere
  • Für eine Loopmütze noch zusätzlich:
    • Wollreste der Mütze (für ein gehäkeltes Durchzugsband und evtl. Bommel)
    • Anorak Stopper

Wie ihr den Strickloop mit Jersey füttern könnt:

  1. Schritt: Jersey Loop zuschneiden und nähen
wir verwenden unseren Strick-Loop als Vorlage um den Jersey auf die richtige Größe zuzuschneiden
Auf den Jersey legen und mit 1 cm Nahtzugabe an allen Seiten zuschneiden.
Die Hauptdehnrichtung des Jersey entspricht der des Strickteils.
Jetzt haben wir 2 Teile aus Jersey, die rundherum 1 cm Nahtzugabe besitzen
So sieht das bei mir fertig zugeschnitten aus. Daraus muss jetzt auch erstmal ein Loop werden.
Die beiden langen Seiten werden mit der Overlock oder einem Zickzackstich zugenäht. Jetzt habt ihr einen Jersey-Loop.

2. Schritt: Den Jersey-Loop in den Strick-Loop einnähen – die Unterkante

Den Jersey-Loop in den Strick-Loop stecken
Durchwühlt Eure Küche nach einem Teil, mit dem ihr die Loops gemeinsam dehnen könnt. Bei mir hat der Umfang meines mittleren Korktopfuntersetzers genau gepasst. Man kann auch einen Kochlöffel verwenden, er sollte nur nicht zu spitz sein, damit Stoff und Strick nicht verletzt werden. Mein Loop hat eine Breite von 18 cm ungedehnt bzw. 28 cm gedehnt.und ist 21cm hoch.
Mit dem Untersetzer/Kochlöffel dehnt ihr nun die untere Kante eurer Loops. Der Jerseyloop steht dabei noch 1 cm unter dem Strickloop heraus. Das ist die Nahtzugabe. Die Nahtzugabe des Jerseys faltet Ihr nun nach Innen um (zum Strickloop hin) und steckt sie an der Kante des Strickloops mit Sicherheitsnadeln fest.
Nun ist die Jersey-Nahtzugabe komplett umgefaltet und festgesteckt. An der Kante meines Topfuntersetzers entlang läuft die Nahtlinie entlang, die wir nun gleich von Hand nähen.
Unsere Naht verläuft innen zwischen dem Strick und dem Jersey. So sieht man den Faden nicht von der Strickseite aus. Ihr stecht mit der Nadel so in den Strick, dass ihr eine Masche aufnehmt ohne sie anzustechen. Anschließend stecht ihr in die Nahtzugabe des Jersey. Wenn ihr nicht ganz durchstecht durch den Jersey, sondern nur die Nahtzugabe anpiekt, dann sieht man die Naht auch nicht von der Innenseite aus. Ich nähe in einem unsauberen Matratzenstich.
einmal rundherum und fertig ist die Unterkante.

3. Schritt: Tunnel in die Oberkante nähen (optional, nur wenn man eine Loopmütze daraus machen möchte)

Unser Topfuntersetzer oder Kochlöffel kommt nun in die andere Seite des Loops, um die obere Kante zu dehnen. Wir nähen zuerst die innenliegende Naht und dann die äußere Kante. Die beiden Nähte liegen etwa 1,5-2cm auseinander und bilden gemeinsam den Tunnel
Ihr zieht die Kanten der beiden Loops also ca 3 cm über den Spanner. 3cm innerhalb der beiden Teile nähen wir sie wie im Schritt 2 zusammen. Die Nahtkante verläuft wieder entlang eures Topfuntersetzers oder Kochlöffels. Damit nichts verrutscht wieder an der zukünftigen Nahtkante entlang mit Sicherheitsnadeln Jersey und Strick aneinander befestigen.
wenn man mit der Nadel in das Jerseyteil nur ganz flach einsticht und nur die obersten Fäden aufpiekt, dann ist auch diese Naht nicht aus dem Inneren der Loopmütze zu sehen
Rundherum festnähen und fertig. Nun kommt die Oberkante dran.

4. Schritt: Oberkante mit Jersey verstürzen

So sieht Eure Oberkante nun aus. Der Jersey steht noch 1cm unter dem Strickloop heraus. Das ist wieder die Nahtzugabe, die wir gleich wieder umfalten und mit Sicherheitsnadeln am Strickloop feststecken
Die Nahtzugabe des Jersey umfalten und mit Sicherheitsnadeln am Strickloop feststecken
Die Kante wieder gut Spannen mit eurem Topfuntersetzer oder Kochlöffel und rundherum mit einem mehr oder weniger sauberen Matratzenstich zusammennähen.

5. Schritt: Durchzugsband häkeln und mit Stopper in den Tunnel einfädeln (optional, nur nötig wenn eine Loopmütze genäht wird)

Mit einer passenden Häkelnadel eine Reihe an Luftmaschen häkeln bis auf eine Länge, die dem Umfang des Loops + 10cm entspricht (das ist die Zusatzlänge die auch das Durchzugsband benötigt damit der Kopf durchpasst).
An einem Ende der Luftmaschenschlange eine große Sicherheitsnadel einstechen und schließen.
Ich habe einen Maschenzwischenraum auf der Vorderseite der Loopmütze ausgewählt, um ihn als Tunneleingang und daneben den Tunnelausgang zu verwenden. Dort das Zugband mit der Sicherheitsnadel in den Tunneleinführen und mit Hilfe der Sicherheitsnadel einmal komplett rundherum durch den Tunnel ziehen
Die Enden sollten nun noch 3-4 cm heraus stehen. Nun werden beide Enden durch den Stopper gefädelt. Ich habe einen Anorak-Stopper verwendet.
Damit die Enden aus dem Stopper nicht herausrutschen können, könnt Ihr einen Knoten in die Enden machen oder mit etwas mehr Aufwand 2 Bommel basteln und an die Enden nähen
So sieht das dann mit den fertig angenähten Bommeln aus
Die fertig gefütterte Loopmütze
Der Jersey ist super um die Mütze/Loop noch wärmer zu machen und wenn Wolle auf der Haut kratzt

Ich wünsche Euch viel Erfolg beim nächsten Strickteil das ihr füttert. Gebt mir gerne Feedback zu dieser Anleitung und meldet Euch wenn Ihr Fragen habt!

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