Schlagwort-Archive: Wolle

Red Egg-shape – mein Wintermantel ist fertig !

In letzter Zeit war es leider sehr ruhig hier auf dem Blog. Das lag ganz einfach daran, dass ich selten Zeit zum Nähen hatte und daher bis auf ein paar Kleinigkeiten nichts entstanden ist. Neben kleinen Basteleien war ich künstlerisch mehr mit Musik aktiv. Ich bin Gitarrenanfängerin und übe fleißig für Weihnachten :). Puh, ich hoffe, das Christkind hat einen Gehörschutz dabei ;).

Heute gibt es dafür ein ganz besonderes Schmankerl ;)! Wer erinnert sich noch? Und wer hätte gedacht, dass er noch fertig wird?! 😀

Der rote egg-shape Wintermantel, den ich letztes Jahr im Mantel-sew-along ganz efrig geplant und vorbereitet habe, ist dieses Jahr nun endlich fertig geworden! Was mich 2016 von der Fertigstellung abgehalten hat? Der Winter mit viel Regen und nassem Wetter war schon so weit fortgeschritten, den sonnigen Spätherbsttagen habe ich nachgeweint, an denen ich meinen Mantel gerne getragen hätte. Ich wollte ihn nicht hektisch fertig nähen, weil ich dann nicht die Ruhe und Geduld für die schwierigen Passagen gehabt hätte. Erfahrungsgemäß wird das Ergebnis unter Zeitdruck gepaart mit Ungeduld eher … naja… ein Desaster. Ich hatte den Mantel dann auf den Frühling geschoben, wo ich dann aber wenig Lust auf Mantel und dafür mehr Lust auf luftige Kleidungsstücke hatte. Und so wurde er nun ein Jahr später ganz in Ruhe an einem wunderbaren Nähwochenende fertig!

Der Schnitt ist aus der burda 09/2016:Nachdem ich den Schnitt ausgemessen hatte,  habe ich mich mutig für Größe 38 entschieden und zugeschnitten. Als ich die zugeschnittenen Teile dieses Jahr inspiziert habe, bin ich zunächst kurz erschrocken. Aber mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Größe 40 wäre meine normale Konfektionsgröße und wäre vermutlich deutlich mehr oversized gewesen.

Der Mantel ist mit senf-farbenem Futter gefüttert. Beim Ausschnitt habe ich mich gegen den Kragen entschieden. Zum Einen hatte ich nicht mehr genug Stoff, zum Anderen betont der Ausschnitt den schlichten Schnitt. Ich hätte den Kragen aus einem anderen Material machen müssen, aus rotem Jersey zum Beispiel. Das war mir aber zu riskant, ob das gut aussähe. Auch bei den Taschen bin ich beim roten Mantelstoff geblieben und habe nicht mit Highlights in anderen Stoffen oder Farben experimentiert.

Anstatt des Reißverschlusses (so einen langen Reißverschluss muss man erstmal in bezahlbar finden) habe ich von Hand Druckknöpfe eingenäht. So bleibt der Mantel von Außen ganz schlicht.

Und ein ganz wichtiger Tipp: Alle Mantelteile (Vorderteile, Rückteile und Ärmel) habe ich komplett mit Vlieseline H220 verstärkt. Sonst würder der weiche Mantelstoff besonders um die Schulter zu weich fallen und der egg-shape-Effekt würde in weichen Falten zerfließen. Bei dieser Entscheidung hatte ich ein wenig Angst, dass ich am Ende in einem roten steifen Pappkarton-Mantel ende würde :D, aber die Entscheidung für die Vlieseline war definitiv richtig!

 

Der Mantel trägt sich jedenfalls traumhaft und ich kann den Schnitt uneingeschränkt empfehlen!

Jetzt brauche ich noch einen schönen Schal zu meinem neuen Wintermantel und zum Ausführen noch ein paar Tage, die nicht ganz so klirrend kalt und nicht so nass sind! 😀 Ok, Petrus?

Heute freue ich mich ganz besonders, dass ich mal wieder beim MeMadeMittwoch dabei bin!! Juhuuuu!

 

Casual Caro – Wollshirt nach burda

Heute zeige ich Euch ein komplett selbstgenähtes Outfit. Rock, Shirt und Handtasche! Den Rock habe ich hier letztes Jahr schon gezeigt.

Von dem Karo-Wollstoff hatte ich über 2 Meter, sodass ich daraus neben dem Tellerrock auch noch ein Wollshirt nähen konnte.

Mit diesem Shirt kam vor einem Jahr der Umbruch in meinen Kleiderschrank – weniger tailliert, mehr Oversize, O-Linie und kastig. Ich mag diesen Stil sehr, weil mir der lässige Chic sehr gefällt.
Mein Wunsch war ein locker sitzendes Shirt, so  lang, dass es zusammen mit dem schwarzen Minirock aus Schurwolle wie ein Kleid wirkt. Und kastig sollte es sein.

Ja okay, dem Rock hätte für die Fotos ein Bügeleisen gut getan :).

Kombiniert habe ich den Wollkaro am Ausschnitt und den Ärmeln mit einem schwarzen festen Stoff mit Elastananteil. Das war ein Rest von einer Hose. Der Wollstoff verträgt den festen schwarzen Stoff gut, eine zarte Baumwolle würde das Gewicht der Wolle nicht gut aushalten. Der U-Boot-Ausschnitt war mir wichtig,  da er die kantige Form des Shirts betont.

Es ist ein sehr einfacher Burda Schnitt, Modell 115 aus der burda 2/2011. Ich konnte den Schnitt ohne Anpassungen für mein Wollshirt verwenden, obwohl er für feinere Stoffe gedacht ist.

Dazu  meine kleine selbstgenähte Allroundhandtasche, mit der ich bei fast jedem Outfit gut bedient bin. verschiedenArt: komplettes Outfit selbstgenäht mit Wollshirt in Karo, Minirock und Handtasche

Auf diesen Bildern trage ich Stiefeletten dazu, an kälteren Tagen mit schwarzen Stiefeln kombiniert, trage ich das Shirt ab dem Herbst bis zu den nicht zu frostigen Wintertagen.

Ich habe auch schon einen langen schwarzen Rollkragenpullover unter das Wollshirt angezogen. Das war aber dann deutlich zu warm :). Ich war überrascht wie sehr die Wolle heizt!  Da ich Wolle nicht direkt auf der Haut tragen kann, brauche ich immer etwas darunter. Ein kurzärmliges T-Shirt darunter reicht aber meistens aus.

Und damit ab zum heutigen MeMadeMittwoch! Ob es noch winterlich zu geht oder schon der Frühling Einzug hällt bei den anderen Damen?

Vielen lieben Dank an Uwe Barnstein für die Fotos!

Sinnlos und wunderbar -Wollkleid mit kurzen Ärmeln 

Ich schreibe euch heute mit einem selbstironischen Schmunzeln :). Denn ich habe mir den Luxus gegönnt, und mir letzten Herbst dieses sehr schöne bequeme und irgendwie nutzlose Wollkleid zu nähen. Es war in genau dieser Farbkombination in der Burda easy H/W2012 und ich musste es unbedingt nähen. Es hat mir einfach so gut gefallen! Obwohl ich da natürlich schon wusste, dass für ein Wollkleid mit kurzen Ärmeln nur in ganz besonderen und seltenen Wetterkonstellationen Gelegenheit zum Tragen sein wird. Der Stoff schreit nach Winter, aber die Ärmel nach Sommer! Eine echte Krux.

Kurz habe ich unterlegt, die Ärmel zu verlängern, aber das hätte das stimmige fröhliche Gesamtbild des Kleides zerstört.

Tja, und dann habe ich mir gedacht “Drauf geschissen! Das gönne ich mir!  Weil’s geht!”.

Und dann bin ich los und habe die beiden perfekten Wollstoffe dafür gekauft: Schwarz und Altrosa. Sie sind mir mühelos in die Hände gefallen. Es war ein Zeichen des Schicksals! Damit ausgerüstet habe ich mich an den wunderschönen Schnitt mit diesem herrlichen Bubikragen und den kurzen Ärmeln gemacht und war glücklich :D.

Und wenn es das Glück gut mit mir meint und den idealen meteorologischen Moment beschert, dann ziehe ich mein kurzärmliges Wollkleid an und genieße es!

Und ich finde soetwas sollten wir öfter machen. Nicht das zu nähen was sicher gelingt und perfekt in den Plan und den Schrank passt. Stattdessen mal was Ausgefallenes, Nutzloses herstellen – einfach nur weil es uns gefällt und Spaß macht.

Das klingt vielleicht komisch, aber für mich war es befreiend mal nicht nach einem sinnvollen nachhaltigen Masterplan zu arbeiten, sondern einfach einer spontanen Lust zu folgen.

Das feiere ich heute am MeMadeMittwoch!

Und weil das Kleid schwarz und rosa ist, schicke ich es im letzten Augenblick zu Lisa von Stoffreise! Sie sammelt die Oktoberbeiträge zum Buchstaben R bei 12 Letters of Handmade Fashion.

Vielen Dank an Uwe Barnstein für die wunderbaren Bilder!