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One Shoulder Ruffles and Polka Dots – blaue Seidenbluse „Punktewolke“

Die blaue Seide mit den weißen Polkadots ist mal wieder aus meinem Stofflager. Ich wollte immer eine Bluse daraus nähen und wünschte mir einen Schnitt mit dem gewissen Etwas. Die letzten 2 Jahre ist mir kein passender Schnitt über den Weg gelaufen. Bis neulich. Asymmetrisch, ohne Ärmel mit Volant am Ausschnitt – ich hatte sofort eine Vision von der fertigen Bluse! Außerdem ist doch das Juni-Motto bei 12colorsOfHandmadeFashion BLAU!  Also war es ein so perfektes Timing, dass es nur Schicksal sein konnte. 🙂

In der burda 05/2017 war dieser süße Schnitt enthalten. Perfekt! Einziges Manko: der Schnitt ist für Jersey. Meine Seide ist leider überhaupt nicht elastisch. Egal! Mit Ausmessen und ggf. einer Nummer größer zuschneiden lässt sich das trotzdem umsetzen.

Mit exakt 1m Stoff bin ich mit dem Schnitt genau ausgekommen. Bei asymmetrischen Teilen muss man sich beim Zuschnitt wahnsinnig konzentrieren,  damit es später keine bösen Überraschungen gibt. Mit meinen beiden Fellnasen ist das nicht so einfach. Unter dem Schnittmusterbogen kann man sich toll verstecken und mit dem Papier rascheln! Und auf dem gerade erst glatt gestrichenen Stoff mit den millimetergenau ausgerichteten Schnittteilen spielt und schläft es sich am allerbesten!

Ich habe die Brustweite des Schnitts ausgemessen und kam zu dem Schluss, dass Größe 40 mit 1,5 cm Nahtzugabe (zur Sicherheit) für mein nicht dehnbares Material passen dürfte.

Ich habe dann alle Nähte gesteckt und die Bluse anprobiert um zu prüfen ob die Größe wirklich passt. War prima. Als einzige Änderung an der Verarbeitung habe ich unter dem Armausschnitt einen nahtverdeckten Reißverschluss eingenäht. Die restliche Verarbeitung konnte ich gemäß Anleitung machen. Auf den Gummizug am Halsausschnitt konnte ich verzichten, da der Ausschnitt perfekt sitzt.

Beim fertigen Ergebnis hat sich dann gezeigt, dass ich den Armausschnitt hätte vergrößern müssen. Der ist jetzt leider etwas eng, aber es passt,  er ist nicht zu eng. Das hätte ich eigentlich gewusst, aber bei der Anprobe hat das noch alles gut gepasst. Oft bin ich zu ängstlich beim Nähen und nehme nicht die ganze Nahtzugabe in Anspruch, mit dem Ergebnis dass die Sachen oft zu weit sind. Besonders bei Röcken passiert mir das fast jedes Mal. Da habe ich eine Art Neurose oder ein Trauma, über das ich nicht weg komme… Heute ist mir das mal ausnahmsweise nicht passiert :).
Den Saum am Oberteil habe ich als Blindsaum verarbeitet. Was man auf den Fotos am Saum sieht ist eine Sitzfalte. Das gefällt mir bei diesem Stoff sehr viel besser als die gesteppte Naht. Bei dem Volant hätte ich das auch machen sollen.

Genäht habe ich die zarte Seide mit einer packungsneuen 60er Mikrotex Nadel. Der Stoff ist sehr empfindlich was Fädenziehen anbelangt. Daher musste ich auch mit den Stecknadeln aufpassen. Die Steppnähte am Volant sehen nicht sehr schön aus, da an den Stichen das weiße Innenleben des Stoffes sichtbar wird. Dadurch erscheinen die Stiche grob und unsauber als hätte ich den Stoff verletzt. Ich überlege noch, ob ich das Auftrennen wagen soll und die Volants auch blind säume.

Insgesamt bin ich total zufrieden mit meiner neuen Seidenbluse! Ich fühle mich darin sehr wohl. Die Enden des Volants halten überraschend gut auf der Schulter. Ich muss überhaupt nicht an der Bluse ziehen oder zupfen. Ich mag den Schnitt für Blusenstoffe sehr. Der Volant fällt mit dem etwas festeren Stoff in schöne dramatische Wellen. Ob ich mit einer Version aus Jersey auch so zufrieden wäre?

Auf den Fotos sieht man, dass ich gerade etwas imobil bin, weil ich mir letzte Woche ein Band am Sprunggelenk angerissen habe. Daher gibt es heute Fotos aus dem Garten. Neben dem Lavendel positioniert,  Krücken weggeworfen, ein paar Bilder geknipst und dann ab zurück aufs Sofa Fuß hochlegen. Nein, mit Nähen ist leider noch nix los. Der Arzt hat mich sowieso geschimpft dass ich das Bein nicht oft genug hoch lege… 🙁 Am besten den ganzen Tag den Fuß über Herzhöhe. In der Position kann man den Kaffee nur aus der Schnabeltasse trinken.

Ich wünsche euch einen schönen MeMadeMittwoch!

Schaut mal rein bei 12colorsOfHandmadeFashion – ihr werdet euer blaues Wunder erleben ;). 

Urlaubsgarderobe – Maxikleid in olive 

Mein Maxikleid ist doch noch rechtzeitig vor dem Urlaub fertig geworden! Dass ich die ganze Woche krank und zu nichts fähig war, hat mich in meinem Plan für die Urlaubsgarderobe ganz schön gebremst. Wie knapp es zuletzt wurde habe ich euch im Zwischenstand berichtet. Am Abend vor unserer Abreise habe ich das letzte Trägerband angenäht :).

Und ihr dürft gespannt sein, ich habe sogar noch ein weiteres Teil für meine Urlaubsgarderobe genäht ;)!

Es ist nicht nur mein erstes selbstgenähtes Maxikleid, sondern sogar mein erstes Maxikleid überhaupt!

Der Schnitt ist aus der burda 04/2017 und sah erstmal sehr passend für meine Vorstellung von meinem Maxikleid aus.
Ich bin bei dem Schnitt von ein paar Angaben abgewichen, nachdem ich ihn zusammen mit meinen Nähtreffmädels genauer studiert habe:

  • Ich hatte 1,70m Stoff. Anstatt 2x die Stoffbreite habe ich daher nur 1x die Stoffbreite für das Rockteil verwendet. Die Naht würde ich sonst auf eine Seite drehen fortlaufend mit der Seitennaht des Oberteils. Damit aber das Muster vorn mittig sitzt ist die Rocknaht hinten mittig.
  • Die Trägerlösung mit dem Ring hätte ich gerne so nachgearbeitet. Da ich aber keinen Ring hatte und zu krank zum Einkaufen war, habe ich die Träger miteinander verschlungen. Das Ergebnis gefällt mir sehr gut. Das Oberteil sitzt richtig gut und es verdreht sich nichts. Danke an meinen Liebsten, der geduldig Träger gesteckt hat :)!
  • Außerdem habe ich die Träger in geradem anstatt in schrägem Fadenlauf zugeschnitten,  weil ich nicht so viel Stoff hatte.
  • Den Schlitz am Halsausschnitt habe ich leider vergessen :).
  • Am Rückenteil des Oberteils habe ich in die obere Kante eine dünne Gummischnur durchgezogen. Zuvor hatte sich das Teil zwischen den Trägern in unregelmäßige Falten gelegt. So ist es laut Schnitt zwar gedacht, die gleichmäßige leichte Raffung finde ich aber schöner. Sieht fertiger aus.
  • Den Bund habe ich ganz gelassen, ebenso das Bindeband am Bund. Der Breite Bund sieht schon auf dem Modellfoto im Heft zu bollig aus. Das liegt sicher auch daran, dass im Original doppelt so viel Stoff am Rock an der Taille gerafft werden muss. Dadurch dass ich nur halb soviel Stoff für den Rock genommen habe, konnte ich einfach ein 5mm schmales Gummiband in Taillenweite auf die Taillennaht aufnähen. Dadurch bleibt der zarte Look des dünnen Sommerstoffes besser erhalten.

Ich bin nun selbst ganz erstaunt, dass ganz schön viele Abweichungen vom Original zusammen gekommen sind. Trotzdem ist der ursprünglichen Schnitt noch erkennbar.

Das Kleid ist nach nur einer ganz kurzen letzten Anprobe direkt im Koffer gelandet. Daher habe ich es im Urlaub in Spanien zum ersten mal richtig ausgeführt. Es trägt sich ganz wunderbar und ist auch bei 30 Grad schön luftig!

Das Muster am Rock ist zentriert an der vorderen Mitte. Auf manchen Fotos sieht es schief aus – ich habe den Wind im Verdacht der mir den Rock leicht verdreht hat.

Mit der Erkenntnis dass ich unbedingt noch einen Gehschlitz benötige! Die 1,40m Stoffbreite am Rock klingen viel,  aber das begrenzt die Schrittlänge auf gerade mal 70cm. Das, so musste ich feststellen, erlaubt nur kleine Trippelschritte. Man darf es nicht eilig haben. Gerade so machbar wenn man wirklich gaaaaaanz gemütlich an Schaufenstern entlang bummelt. Ein paar schnelle Schritte über die Straße?!? Lieber nicht!

Da ich hinten die einzige Naht am Rock habe, muss ich es dort mit dem Gehschlitz versuchen. Ob das bei einem bodenlangen Kleid wohl ausreicht? Oder verzwirbelt sich der ganze Stoff beim Gehen trotzdem noch um die Beine? Sind vielleicht doch 2 seitliche Schlitze nötig? Ich würde mich freuen wenn ihr eure Erfahrungen mit mir teilt.

Ganz viel Sonne und Urlaubsgefühl schicke ich hiermit heute zum MeMadeMittwoch!

Vom Winter in den Frühling – Pullover wird per Upcycling zum Rock 

Dieser Rock ist ein super schnelles DIY Upcycling Projekt. Man braucht nur Bündchenware und einen Pullover,  den man nicht mehr trägt. 

Den blauen Strickpullover habe ich vielleicht 2 mal getragen. Er ist mit großen Maschen gestrickt und hat einen schönen Glanz. Allerdings sind die Maschen zwar blickdicht,  aber gerade so groß dass es „durchzieht“. Für mich selbst fast unbegreiflich, aber im Winter friere ich in diesem Pullover! Er ist vermutlich nur für eine ganz bestimmte Temperatur gedacht – nicht zu warm, nicht zu kalt und unbedingt windstill. 🙂

Für den Rock gab es zwei Möglichkeiten für sein weitere Schicksal: entweder Altkleidersack oder ein Upcycling Versuch? Na wo sind wir denn hier, wenn das ernsthaft die Frage wäre?! 

Die Kurzfassung: Ausschnitt und Ärmel werden unterhalb der Armausschnitte abgeschnitten und an die obere Kante wird ein Bund aus Bündchenware angenäht. Fertig! 

Als Weite des Bundes habe ich 2/3 der Weite der oberen Kante des Rocks genommen. Der Bund ist 7 cm breit im fertigen Zustand. Er wird doppelt genommen,  also braucht man 16 cm (incl. Nahtzugabe). 

Der neue dunkelblaue Strickrock zusammen mit dem (gekauften) blau-weißen Ringelshirt ergibt ein angenehm zu tragendes maritimes Outfit. Die luftdurchlässigen Maschen des Rocks sind nun total angenehm zu tragen. Definitiv ein Kandidat für die Lieblingsstücke. Wie er sich im Winter mit Strumpfhose macht, muss ich zu gegebener Zeit testen. 

Die auf den Bildern kaum sichtbare schwarze Lederclutch ist auch selbst genäht – natürlich.  Ich habe sie hier ausführlicher vorgestellt

Diese Upcycling Technik hat sich sehr bewährt. Es liegen hier noch zwei weitere Pullover,  die schon fast im Sack für die Kleidersammlung gelandet wären. Sie warten jetzt auf ihren Upcycling-Moment. Man darf echt nix wegwerfen wenn man eine Nähmaschine hat :)!

Und damit ab zum MeMadeMittwoch! Außerdem freue ich mich dass ich damit noch bei Ingrids Blogsommer im Mai teilnehmen kann. 

Asymmetrie in zarten Tönen – Bikerjacke 

Diese Bikerjacke war eigentlich nur ein Probemodell – wenn mir der Schnitt gefiel wollte ich sie aus Wildleder nähen. Dafür waren Schnitt und Anleitung vorgesehen. Das ist schon eine Zeit her. Der Schnitt passt und gefällt. Trotzdem keine Bikerjacke aus Wildleder. Der beige Stoff war nicht sehr teuer,  hat aber einen schönen Glanz. Falls der Schnitt passen sollte, wollte ich das Probemodell nicht umsonst genäht haben. Daher habe ich die Probejacke nach allen Regeln der Kunst genäht und gefüttert. Tja, und dann gefiel sie mir so gut, dass eine Version aus Wildleder garnicht mehr nötig war :). Das Leder, das mir vorschwebte, hatte ich ohnehin noch nicht gefunden.


Der Schnitt ist aus aus einer alten burda aus den 90ern aus 05/2004 (garnicht so alt wie ich erst in Erinnerung hatte),  die ich mal geschenkt bekam. Besonderes Detail neben der Asymmetrie ist die vorn aufgesetzte Tasche, die auch die einzige Tasche an der Jacke ist.

Die Verarbeitung war sehr aufwendig – mit den vielen Details am Kragen und der Asymmetrie. Außerdem musste ich viele Verarbeitungsschritte aufwendiger arbeiten,  weil ich mit Stoff anstatt Leder z. B. nicht offenkantig nähen konnte und den Kragen doppelt zuschneiden und verstürzen musste.

Und somit wurde das Probemodell zum Meisterstück erklärt,  das ich sehr gerne trage. Hier übrigens zum selbst genähten Volantskleid vom letzten Herbst – hier schon gezeigt. 

Damit reihe ich mich ein auf dem Laufsteg beim MeMadeMittwoch.

Mir war nicht bewusst wie müde ich aussehe als wir die Fotos gemacht haben…. Ist einem anstrengenden Arbeitstag zu verdanken.

Update: das genaue burda Heft habe ich oben noch ergänzt (5/2004).