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Asymmetrie in zarten Tönen – Bikerjacke 

Diese Bikerjacke war eigentlich nur ein Probemodell – wenn mir der Schnitt gefiel wollte ich sie aus Wildleder nähen. Dafür waren Schnitt und Anleitung vorgesehen. Das ist schon eine Zeit her. Der Schnitt passt und gefällt. Trotzdem keine Bikerjacke aus Wildleder. Der beige Stoff war nicht sehr teuer,  hat aber einen schönen Glanz. Falls der Schnitt passen sollte, wollte ich das Probemodell nicht umsonst genäht haben. Daher habe ich die Probejacke nach allen Regeln der Kunst genäht und gefüttert. Tja, und dann gefiel sie mir so gut, dass eine Version aus Wildleder garnicht mehr nötig war :). Das Leder, das mir vorschwebte, hatte ich ohnehin noch nicht gefunden. 


Der Schnitt ist aus aus einer alten burda aus den 90ern aus 05/2004 (garnicht so alt wie ich erst in Erinnerung hatte),  die ich mal geschenkt bekam. Besonderes Detail neben der Asymmetrie ist die vorn aufgesetzte Tasche, die auch die einzige Tasche an der Jacke ist.

Die Verarbeitung war sehr aufwendig – mit den vielen Details am Kragen und der Asymmetrie. Außerdem musste ich viele Verarbeitungsschritte aufwendiger arbeiten,  weil ich mit Stoff anstatt Leder z. B. nicht offenkantig nähen konnte und den Kragen doppelt zuschneiden und verstürzen musste. 

Und somit wurde das Probemodell zum Meisterstück erklärt,  das ich sehr gerne trage. Hier übrigens zum selbst genähten Volantskleid vom letzten Herbst – hier schon gezeigt. 

Damit reihe ich mich ein auf dem Laufsteg beim MeMadeMittwoch.

Mir war nicht bewusst wie müde ich aussehe als wir die Fotos gemacht haben…. Ist einem anstrengenden Arbeitstag zu verdanken. 

Update: das genaue burda Heft habe ich oben noch ergänzt (5/2004). 

Foldover Waist und Slogan Shirt – Vom Laufsteg in den Kleiderschrank Finale!

Dass der Sonntag mit deutlich weniger Sonne aufgewartet hat als am Samstag, war sehr förderlich für meine beiden Projekte zur Aktion „Vom Laufsteg in den Kleiderschrank“. Hat doch alles sein Gutes :). Beide Teile sind jetzt fertig – Slogan Shirt und Rock mit Foldover Waist – und besonders auf den Rock bin ich stolz! Hier geht’s zu meiner ursprünglichen Planung. Ich freue mich total, dass ich Euch beides heute zeigen kann!

1. Zunächst mal zum Slogan Shirt

Das hier waren die Vorlagen:

Als Slogan hatte ich mich für die großartige Vorlage „Badass Sewist“ von Selmin entschieden. Der Schnitt ist ein schlichter Schnitt aus einer Nähstyle. Weil mir dann der Schriftzug allein auf dem grauen Shirt zu langweilig war, habe ich den Slogan noch mit goldenen Pailletten in Handarbeit umrandet. Im Zwischenbericht gibt es ein kleines Makeing Of. Und …. tadaaaaa … hier ist das Endergebnis:

Das Shirt passt nicht so gut zum Foldover Waist Rock. Die Farbe des Shirts passt nicht exakt und insgesamt ist es mir dann zu grau.

Aber dafür ist das Shirt wie für den gelb-gestreiften Rock geschaffen, den ich „Sonnenaufgang im Blumengarten“ getauft habe! Für den Rock hatte ich bisher nur wenige Oberteile zum Kombinieren. Daher bin ich mit dem neuen Slogan Shirt total glücklich!

2. Und jetzt zum Rock mit Foldover Waist
Das hier waren die Vorlagen:

Und dann hatte ich diesen Schnitt in der Nähtrends 3/17 entdeckt. Da mir der Proberock aus dem Schnitt leider garnicht gepasst hat, habe ich beschlossen mir den Schnitt nach dem Beispiel selbst zu erstellen. Im Zwischenbericht #2 gab es Details zur Entstehung des Rockes. 

Ich habe schon öfter Rockschnitte selbst erstellt. Diesmal habe ich zum ersten mal einen aufwändigeren Schnitt als die sonst eher schlichten A-Linien-Röcke daraus erstellt. Die Wickeloptik mit schrägem Vorderteil und Bindebänder. Und dann natürlich noch das Teil für die Foldover Waist!

Das hat alles sehr gut geklappt – wie schon in meinem Zwischenstand #2 berichtet.

Und hier ist er nun:

Na gut, es lief gut bis auf eine Ausnahme: Kurz bevor ich mit allen Nähten fertig war – es fehlte nur noch der Saum – ist bei der letzten Anprobe der Nahtreißverschluss kaputt gegangen. Der hatte mir zuvor schon ein paar Nerven geraubt – ich hätte ihn schon früher heraustrennen und entsorgen sollen. Also war ich zum Tausch des Reißverschlusses gezwungen. Dabei ist mir das Einnähen des Ersatzreißverschlusses nicht mehr so gut gelungen wie beim ersten :(. Auf den Bildern sieht man die Falten, die um den Reißverschluss entstanden sind. Das muss ich nochmal neu machen – so gefällt mir das nicht.

Und damit bin ich auch endlich mit dabei beim Finale von „Vom Laufsteg in den Kleiderschrank“!  Einige Finalistinnen präsentieren dort schon ihre Designerstücke. 

Mal sehen was heute außerdem noch so beim MeMadeMittwoch los ist!

Trompeten zum Winterabschied – Wollkleid nach burda 

Mein letztes Winterteil vor dem Sommer ist dieses langärmelige Schurwollkleid. Mit den Trompeten an den Ärmeln verabschiede ich nun endgültig den Winter ;).

Genäht habe ich es schon im März,  aber dann wurde es schon so warm, dass ich nicht mal mehr Lust auf Fotos knipsen hatte – ein Schurwollkleid bei 25 Grad!

Der Stoff ist mal wieder aus meinem Stofflager und ein gut abgehangener edler Zwirn von Gaenslen&Völter aus Metzingen. Mit den braunen Nadelstreifen war er ursprünglich als Hosenanzug gedacht. Zu diesem kam es jedoch nie. Aus diesem klassischen Stoff ein modernes Langarmkleid zu nähen, war eine deutlich bessere Idee. Gut Ding will eben Weile haben. 😉

Der Schnitt aus der Burda 12/2016 kam genau richtig. Ein schlichter Schnitt mit einem besonderen Detail: den aktuell modernen Trompetenärmeln. Damit wird der klassische Stoff gerade so viel aufgepeppt, dass das Kleid frisch und noch bürotauglich ist.

Der Schnitt ist für elastische Stoffe. Meine Schurwolle ist sogar elastisch,  aber quer. Damit das mit dem Schnitt funktioniert, habe ich die beiden rückwärtigen Teile schräg im Fadenlauf zugeschnitten,  sodass nun die Dehnungsrichtung des Stoffes hinten waagerecht verläuft,  was die nötige Bewegungsfreiheit an den Armen und Po gibt.

Genäht habe ich das Kleid an einem Wochenende im März mit Unterstützung durch eine sehr geduldige und begnadete Schneiderin. Wir haben lange an dem Reißverschluss in der rückwärtigen Naht und an den beiden hinteren Abnähern getüftelt. Es half alles nichts, es stand immer eine Wölbung an meinem Hintern ab. Wir konnten sie zwar verkleinern aber gut wurde es nicht. Bis wir die Abnäher ganz raus getrennt haben. Dann ging es. Perfekt ist der Rücken nicht, aber besser war es nicht zu machen. Die Ursache ist meiner Meinung nach, dass mir hinten am Po Weite fehlt. Da kann man natürlich nicht viel machen. Viel Nahtzugabe habe ich nicht zum Rauslasssen.

Trotzdem bin ich sehr glücklich über mein Kleid. Es trägt sich sehr angenehm. Einen ganzen Bürotag lang hatte ich es schon an – ohne Gezuppel! Gut, die Trompeten haben sich in manchen Situationen erwartungsgemäß als etwas hinderlich erwiesen 😉 und mussten hin und wieder hochgekrempelt werden (Waschbecken, Türklinke,  Spülmaschine…). Toll an dem Stoff: er knittert nicht. Das hat die Bügelei beim Nähen zwar etwas erschwert,  aber ein Bürotag ohne Knitterfalten ist wiederum echter Luxus.

Das Schöne an diesem Schnitt finde ich die lässige Eleganz ohne dass es ein Etuikleid ist. Ich bin mit dem Kleid, einer Strumpfhose und Stiefeln oder Stiefeletten für das Büro angezogen.

Ich habe das Kleid noch nicht hier gezeigt, weil ich noch überlege, es mit zwei Reißverschlusstaschen vorne am Rock aufzupeppen (wenn sie auch nur Fake wären). Das gehe ich demnächst ziemlich sicher noch an. Dem Kleid fehlt irgendwie noch was.

Definitiv ist dieser Schnitt ein Wiederholungstäter. Nächsten Winter :).

Noch schnell damit zum heutigen MeMadeMittwoch!

Danke an meinen Liebsten für die Fotos <3

Vom Laufsteg in den Kleiderschrank – Foldover Rock Zwischenstand Nr. 2 statt Finale

Das Finale von „Vom Laufsteg in den Kleiderschrank“ war schon am Wochenende. Leider noch ohne mich :(. Mein Rock mit Foldover Waist hat mir doch etwas mehr Zeit abverlangt als gedacht. Und gerade das Nötigste war zuletzt sehr knapp: die Zeit. Daher gibt es trotz aller Bemühungen anstatt des Finales bei mir heute einen weiteren Zwischenstand.

Das Shirt  habe ich hier schon beim ersten Zwischenstand gezeigt und ist jetzt soweit fertig und ich bin zufrieden mit dem Ergebnis. Die Pailletten peppen das Beige auf. Damit das Pailletten-Rechteck gleichmäßig wird,  habe ich es zuvor mit einer Schablone und Bleistift aufgezeichnet.  Ich habe sie dann von Hand aufgenäht.

Soviel mal als Preview ;)… Damit es spannend bleibt… Das Gesamtbild gibt’s zu meinem persönlichen Finale hier im Blog.

Beim Rock habe ich mich für einen komplett selbst erstellten Schnitt entschieden. Den Heftschnitt habe ich aus Nessel probegenäht und das Ergebnis saß leider garnicht – zu eng an der Hüfte, zu weit an der Taille. An dem selbst erstellten Schnitt habe ich die Schnittführung des Heftschnitts übertragen und das Teil für die Foldover Waist hinzugefügt. Das war alles einfacher als ich erwartet hatte. Der Schnitt passte nun also, jetzt ging es noch um die Vorbereitung der Details bevor ich mit dem Zuschnitt beginnen konnte. Mit der gemusterten und der uni Seite des Stoffes wollte ich bei dem Rock spielen. Das will gut überlegt sein.

Vor dem Zuschnitt aus dem wertvollen Stoffschätzchen habe ich mit origami-ähnlicher Falttechnik versucht mir ein Bild davon zu machen wie der fertige Rock aussehen könnte. Sollen Bindebänder dran? Sollen die vordere Kante und der Saum zusätzlich betont werden?
Da ich genug von dem Stoff hatte, habe ich mich dann für die Bindebänder entschieden. Die vordere schräge Kante und den Saum zu betonen habe ich aber gelassen. Das lenkt zu sehr von der Foldover Klappe ab.

Der Stoff ließ sich sehr leicht zuschneiden – er ist in eine Richtung elastisch,  er kringelt sich nicht ein und er franst überhaupt nicht aus.

Und hier der fertige Zuschnitt:

Vom Stoff sind nur kleine Fetzchen übrig geblieben. Ich habe wirklich alles verbraucht 🙂 – perfekt! Bei den ganzen asymmetrischen Rockteilen,  war beim Zuschnitt absolute Konzentration nötig. Alle Teile waren zugeschnitten. Kurze Kontrolle, und dann… oh nein! Trotz Konzentration habe ich doch glatt die Foldover-Klappe falsch herum zugeschnitten! Die sollte doch nicht mit der Musterseite nach Außen!! Ich habe mich so sehr geärgert!!  Das hätte fast das elementare Design des Rocks kaputt gemacht. Aber zum Glück war noch ein einziges großes Stück Stoff übrig,  das genau für diese Klappe gereicht hat. Die falsch zugeschnittene konnte ich am Ende zum Verstürzen verwenden, was die Verarbeitung der Klappe sogar noch besser und einfacher gemacht hat :). Puh, das ging nochmal gut.

Die Bindebänder habe ich mir so gedacht,  dass sie außen gemustert sind und innen uni.
Zwei Metallspangen von einer alten Hose werden hier wiederverwendet :).

Für einen Moment dachte ich, dass ich mir mit den Bindebändern den Reißverschluss sparen könnte,  aber das wäre doch etwas zu umständlich zum An- und Ausziehen. Daher bekommt der Rock einen durchgängigen Formbund und einen Nahtreißverschluss. Damit wird er nicht Wickel,  sondern nur Wickeloptik :).

Der Rock nimmt schon langsam Gestalt an:

Eine erste Anprobe war schon möglich. Ergebnis: Der Reißverschluss hakt noch an den Bindebändern – muss also nochmal raus und neu rein, die Abnäher hinten sind noch zu spitz, Saum und Bund fehlen noch komplett und der Rock muss evtl. noch 10 cm kürzer werden. Aber es wird! Dieser Rock könnte ein stylisches Lieblingsteil werden…

Mein Finale ist hoffentlich auch nicht mehr fern!