Archiv für den Monat: Juni 2017

Flohmarktschatz – Friday Flowerday

Nachdem eines unserer Fellnasen die schöne große weiße Vase effektiv zerstört hatten,  kam der Flohmarkt in Regensburg genau zur richtigen Zeit. Zwei tolle alte Milchkannen habe ich dort erstanden. Eine davon hat gleich die Position der Vase eingenommen. 

Ein paar Taglilien aus dem Garten zieren jetzt die Milchkanne. Die einzelnen Blüten sind schnell vergänglich, die Pflanze ist trotzdem voller Ausdauer.

Jeden Tag erblüht genau eine Blüte pro Pflanze, um am Abend zu verblühen und die Show am nächsten Tag der nächsten Blüte zu überlassen. Täglich ein neues Bild. Die 3 Blütenstängel erfreuen uns nun schon seit 4 Tagen. 

Damit reihe ich mich ein in das Blütenmeer beim Friday-Flowerday und wünsche Euch ein schönes Wochenende! 

One Shoulder Ruffles and Polka Dots – blaue Seidenbluse “Punktewolke”

Die blaue Seide mit den weißen Polkadots ist mal wieder aus meinem Stofflager. Ich wollte immer eine Bluse daraus nähen und wünschte mir einen Schnitt mit dem gewissen Etwas. Die letzten 2 Jahre ist mir kein passender Schnitt über den Weg gelaufen. Bis neulich. Asymmetrisch, ohne Ärmel mit Volant am Ausschnitt – ich hatte sofort eine Vision von der fertigen Bluse! Außerdem ist doch das Juni-Motto bei 12colorsOfHandmadeFashion BLAU!  Also war es ein so perfektes Timing, dass es nur Schicksal sein konnte. 🙂

In der burda 05/2017 war dieser süße Schnitt enthalten. Perfekt! Einziges Manko: der Schnitt ist für Jersey. Meine Seide ist leider überhaupt nicht elastisch. Egal! Mit Ausmessen und ggf. einer Nummer größer zuschneiden lässt sich das trotzdem umsetzen.

Mit exakt 1m Stoff bin ich mit dem Schnitt genau ausgekommen. Bei asymmetrischen Teilen muss man sich beim Zuschnitt wahnsinnig konzentrieren,  damit es später keine bösen Überraschungen gibt. Mit meinen beiden Fellnasen ist das nicht so einfach. Unter dem Schnittmusterbogen kann man sich toll verstecken und mit dem Papier rascheln! Und auf dem gerade erst glatt gestrichenen Stoff mit den millimetergenau ausgerichteten Schnittteilen spielt und schläft es sich am allerbesten!

Ich habe die Brustweite des Schnitts ausgemessen und kam zu dem Schluss, dass Größe 40 mit 1,5 cm Nahtzugabe (zur Sicherheit) für mein nicht dehnbares Material passen dürfte.

Ich habe dann alle Nähte gesteckt und die Bluse anprobiert um zu prüfen ob die Größe wirklich passt. War prima. Als einzige Änderung an der Verarbeitung habe ich unter dem Armausschnitt einen nahtverdeckten Reißverschluss eingenäht. Die restliche Verarbeitung konnte ich gemäß Anleitung machen. Auf den Gummizug am Halsausschnitt konnte ich verzichten, da der Ausschnitt perfekt sitzt.

Beim fertigen Ergebnis hat sich dann gezeigt, dass ich den Armausschnitt hätte vergrößern müssen. Der ist jetzt leider etwas eng, aber es passt,  er ist nicht zu eng. Das hätte ich eigentlich gewusst, aber bei der Anprobe hat das noch alles gut gepasst. Oft bin ich zu ängstlich beim Nähen und nehme nicht die ganze Nahtzugabe in Anspruch, mit dem Ergebnis dass die Sachen oft zu weit sind. Besonders bei Röcken passiert mir das fast jedes Mal. Da habe ich eine Art Neurose oder ein Trauma, über das ich nicht weg komme… Heute ist mir das mal ausnahmsweise nicht passiert :).
Den Saum am Oberteil habe ich als Blindsaum verarbeitet. Was man auf den Fotos am Saum sieht ist eine Sitzfalte. Das gefällt mir bei diesem Stoff sehr viel besser als die gesteppte Naht. Bei dem Volant hätte ich das auch machen sollen.

Genäht habe ich die zarte Seide mit einer packungsneuen 60er Mikrotex Nadel. Der Stoff ist sehr empfindlich was Fädenziehen anbelangt. Daher musste ich auch mit den Stecknadeln aufpassen. Die Steppnähte am Volant sehen nicht sehr schön aus, da an den Stichen das weiße Innenleben des Stoffes sichtbar wird. Dadurch erscheinen die Stiche grob und unsauber als hätte ich den Stoff verletzt. Ich überlege noch, ob ich das Auftrennen wagen soll und die Volants auch blind säume.

Insgesamt bin ich total zufrieden mit meiner neuen Seidenbluse! Ich fühle mich darin sehr wohl. Die Enden des Volants halten überraschend gut auf der Schulter. Ich muss überhaupt nicht an der Bluse ziehen oder zupfen. Ich mag den Schnitt für Blusenstoffe sehr. Der Volant fällt mit dem etwas festeren Stoff in schöne dramatische Wellen. Ob ich mit einer Version aus Jersey auch so zufrieden wäre?

Auf den Fotos sieht man, dass ich gerade etwas imobil bin, weil ich mir letzte Woche ein Band am Sprunggelenk angerissen habe. Daher gibt es heute Fotos aus dem Garten. Neben dem Lavendel positioniert,  Krücken weggeworfen, ein paar Bilder geknipst und dann ab zurück aufs Sofa Fuß hochlegen. Nein, mit Nähen ist leider noch nix los. Der Arzt hat mich sowieso geschimpft dass ich das Bein nicht oft genug hoch lege… 🙁 Am besten den ganzen Tag den Fuß über Herzhöhe. In der Position kann man den Kaffee nur aus der Schnabeltasse trinken.

Ich wünsche euch einen schönen MeMadeMittwoch!

Schaut mal rein bei 12colorsOfHandmadeFashion – ihr werdet euer blaues Wunder erleben ;). 

Ein Schläfchen unter Pfingstrosen – Friday Flowerday 

Das schöne Wetter lädt momentan zum Faulenzen ein. Unser Fellmädchen hat sich heute einen ganz besonders hübschen Platz für ihr Schläfchen ausgesucht: unter dem Strauß aus Pfingstrosen und Frauenmantel.

Die Frauenmantelblüten liebe ich sehr in der Vase. Sie sind relativ lange haltbar und sind für kräftig bunte Blüten ein wunderbarer Kombinationspartner.

Heute umrahmen die Frauenmantelblüten ein paar prächtig pinke Pfingstrosen. Weiter braucht es nichts. Die Pfingstrosen verteilen ihren zarten Duft im Esszimmer.

Offenbar weiß unser Fellmädchen all das auch zu schätzen. Denn sie legt sich gezielt unter die Blüten – ungeachtet dessen was da vielleicht schon liegt :).

Ich freue mich heute wiedermal beim Friday-Flowerday dabei zu sein, wohin Holunderblütchen uns mit wunderbaren Erinnerungen an ihren Sardinienurlaub einlädt.

Außerdem ein Grund zum Freuen am Freutag.

Euch allen ein entspanntes hochsommerliches Wochenende!

Rückblick – ein Selbstportrait

verschiedenArt: Selbstportrait "Rückblick" - Kohle auf Papier

“Rückblick”. Ein Selbstporträt, gezeichnet mit Kohle auf Papier (Größe A3). Von 2002 – schon ein Weilchen her.

Trügt mich der Eindruck,  dass sich immer weniger das Zurückblicken erlauben? Der Blick soll in die Zukunft, ins Neue gerichtet sein, so hört und liest man häufig. Mutig auf neue Wege starten, lass Vergangenes vergangen sein, nur nicht zurück blicken.

Ein schönes Zitat von Marcus Martial, einem römischen Dichter:

Doppelt lebt, wer auch Vergangenes genießt.

Ab und an soll und darf man den Blick zurück ruhig wagen – am besten voller Genuß. Auch ein kritischer retrospetivischer Blick ist heilsam für die Zukunft. Unsere Vergangenheit hat eben einen wesentlichen Einfluss auf unsere Zukunft – dessen darf man sie zeitweise würdigen. Nur Wehmut versperrt meines Erachtens den Weg.

verschiedenArt ist nun 2 Jahre alt. Ich genieße den Blick auf Handwerk und Kunst die in der Zeit entstanden sind und viele liebe Kommentare, die mich weiter angespornt haben.

Vielen Dank an meine lieben Leserinnen und Leser, ich wünsche Euch einen wunderschönen sonnig warmen CreaDienstag!